Ich beschäftige mich als Mediator mit dem Thema "vulgo" "Farbenblindheit", insbesondere der Farbfehlsichtigkeit in den vielen vorhandenen Ausprägungen.
(Genauere Definition siehe vorläufig http://de.wikipedia.org/wiki/Farbenblindheit )


Nach meinen ersten strukturierten Recherchen ist dieses Thema selbst in den Ausführungen des Bundessozialamtes zur Behindertengleichstellung jedenfalls recht gut versteckt oder aber nicht vorhanden (der Suchbegriff "Farbenblind" ergibt 0 Treffer).

In der Praxis wird diese Art der Behinderung, die  immerhin je nach Art der Fehlsichtigkeit bis zu 10 % der Männer betrifft, "nicht einmal ignoriert" (siehe Wikipedia ).

Farbleitsysteme auch ohne Textergänzung, Geldausgabeautomaten mit ausschließlich Farbtasten
("zum Abbrechen drücken sie die grüne Taste ???"), LED Anzeigen z.B bei Ladegräten und vielen Haushaltsgeräten mit rot/grün Signal, Nespresso Kaffee Kapseln mit Farbunterscheidung, Text eigentlich nicht lesbar, da Silber auf Silber etc. etc. sind der Standard.

Weiters gibt es nach ersten Recherchen auch das Problem, dass für die Eignungstests zum Lenken eines Fahrzeuges die persönliche Ansicht der Amtsärzte ob fehlender genauer Richtlinien entscheidend ist.

Mein Anliegen ist es nunmehr die Angelegenheit zu thematisieren und dazu beizutragen, dass die "Farbenblinden" nicht weiterhin zwar die größte aber auch bestignorierte Behindertengruppe ist.

Dazu beabsichtige ich in einem Forum durch Beispiele, die ich - so hoffe ich - von vielen Farbfehlsichtigen erhalten werde, die Industrie dazu zu bewegen, behindertengerechte Produkte auf den Markt zu bringen. Dies soll nicht eine "Tribunalwirkung" haben, aber das Problembewusstsein der Industrie erreichen.

Es ist für mich ein Faktum, dass niemand bewusst die Farbenblinden diskriminiert - allein es fehlt die Vorstellungskraft und das Wissen, dass es viele Menschen gibt, die eben Farben nicht "normal" sehen.

Franz Jöchlinger
ihreMeinung@farbenblind.org